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Entdeckungsreise

Der Amphitheater

Das besterhaltene Amphitheater der römischen Welt veranschaulicht den Grad an Perfektion, den römische Ingenieure bei derart komplexen Bauten erreichten. Das vollkommen symmetrische Oval ist 133 m lang, 101 m breit und 21 m hoch, mit einer Arena, die 68 x 38 m misst.

Zur Römerzeit konnte das Monument 24 000 Zuschauer aufnehmen, die sich über vier getrennte Bereiche verteilten. Jede Zone ließ sich über eine Galerie sowie hunderte Treppen und als Vomitoria bezeichnete Zugänge erreichen. Dank dieser Anordnung konnten selbst bei großem Andrang Staus vermieden werden.
Einige unterirdische Gänge unter der Arena bildeten die Kulissen. Durch Klappen, Versenkungen und Lastenaufzüge erschienen Dekor, Tiere und Gladiatoren im Laufe der Vorstellungen.

In der Antike fanden drei verschiedene Arten von Veranstaltungen im Amphitheater statt: Jagden und Kämpfe zwischen in der Arena losgelassenen Tieren und Menschen, Hinrichtungen christlicher Märtyrer und Gladiatorenkämpfe. 

Das Maison Carrée

In Anlehnung an die Tempel des Apollon und des Mars Ultor in Rom wurde das Maison Carrée mit einer vollendeten Proportionsharmonie erbaut. Dieser einzige vollkommen erhaltene Tempel der Antike ist 26 m lang, 15 m breit und 17 m hoch.

Das Maison Carrée ist so außergewöhnlich gut in Stand gehalten, weil es seit dem 11. Jahrhundert ununterbrochen benutzt wird. Das Gebäude diente schon als Niederlassung des Konsuls, Stall, Wohnung und Kirche. Nach der Französischen Revolution wurde es Sitz der ersten Präfektur des Gard und schließlich in das Archiv des Département verwandelt.

Hier wird der Film „Nemausus - die Entstehung von Nîmes“ ausgestrahlt. Vom keltischen Oppidum bis zur Romanisierung im römischen Kaiserreich entführt Sie der Film mitten in die Gründungszeit von Nîmes anhand der Geschichte einer Familie zwischen 55 vor Christus und 90 nach Christus.

Der Tour Magne

Der Tour Magne zählt, neben dem Maison Carrée, zu den besterhaltenen römischen Monumenten der Stadt. Aus dem Lateinischen turris magna mit der Bedeutung  „großer Turm“, war der Tour Magne der höchste Turm der römischen Festungsmauer, am Gipfel des Mont Cavalier. In Form eines 36 m hohen Achtecks wurde er unter Augustus um das Jahr 15 v. Chr. erbaut, auf der Grundlage eines heute verschwundenen gallischen Bruchsteinturms. Die Turmspitze bietet eine schöne Aussicht über die Umgebung, vor allem die Via Domitia, einst Verbindungsstraße zwischen Italien und Spanien.

Ein bisschen Geschichte

Vor der Römerzeit war Nîmes ein bescheidenes befestigtes Dorf, ein oppidum, an den Hängen des Mont Cavalier. Im frühen 2. Jahrhundert v. Chr. überquerten die ersten römischen Legionen die Alpen, um innerhalb weniger Jahrzehnte eine riesige Provinz von Lyon bis zu den Pyrenäen zu errichten: Gallia Narbonensis. Die Stadt Nîmes hieß damals Nemausus. Unter Caesar oder kurz nach seiner Herrschaft unterwarf sich die Stadt römischem Recht und verschaffte sich damit einen privilegierten Status und relative Autonomie. Ihre Einwohner nahmen die Sprache, Gesetze und Bräuche römischer Bürger an. Unter Augustus erlebte die Stadt einen neuen Aufschwung und sah zahlreiche prachtvolle Bauten entstehen.

391 nach Chr. erhob Kaiser Theodosius das Christentum zu einer Staatsreligion. Die Gladiatorenkämpfe wurden im Jahre 404 endgültig verboten.

Im 12. Jahrhundert wurde ein Schloss im Innern des Monuments errichtet, das bis zum 14. Jahrhundert der französische König und seine als „Arenaritter“ bezeichneten Repräsentanten  bewohnten. Anschließend ging das Amphitheater in Privatbesitz über. Bis Ende des 18. Jahrhunderts sollten immer neue Gebäude (Häuser, Schlösser und Kirchen) innerhalb seiner Mauern angehäuft werden.
Die Idee, dem Amphitheater sein ursprüngliches antikes Erscheinungsbild zurück zu verleihen, stammt aus der Zeit Franz I. Doch erst Anfang des 19. Jahrhunderts wurden die letzten Häuser abgerissen und die Restaurierung durch den Architekten Henri Revoil  vollendet.